Die Scheide – 100 % weiblich

Die Scheide ist für alle – bei der Geburt – das Tor zur Welt und umgekehrt die  “Auslieferungsstelle” einer Frau, durch welche sie Kinder in diese Welt zu bringen vermag. Sie ist zugleich das wichtigste Kommunikationsorgan zur Aufnahme liebender und lustvoller Intensivkontakte, die ein Leben lang andauern können oder auch nur auf eine Affäre oder kurze Beziehung angelegt sind.

Frauen sind im Durchschnitt kleiner, weniger muskulös als Männer und messen ihre sportlichen Leistungen nach internen Maßstäben. – Doch stellt es sich mehr und mehr heraus, dass Frauen unter den Bedingungen der modernen Zivilisation die besser Angepassten sind.

Große Körperkräfte brauchte der Mann früher beim Jagen, im Kampf und zur Verrichtung anstrengender Arbeiten. Heutzutage verrichten Maschinen die schwersten Arbeiten, Jagd spielt für den Lebensunterhalt schon längst keine Rolle mehr und gekämpft wird mit Raketen und anderen technisch anspruchsvollen Waffen, deren Bedienung weder große Körperkräfte noch großen Mut oder aggressive Durchsetzungskraft erfordern.

Was nützen heutzutage Aggressivität und Mut, oder sagen wir nüchtern, die Bereitschaft, sich auf körperliche Auseinandersetzungen einzulassen und erhebliche Risiken einzugehen? Die Antworten geben unter anderem. Kriminal- und die Unfallstatistik: Nur ca. 4 % der Haftinsassen im Strafvollzug sind Frauen und sie verursachen und erleiden  weitaus weniger schwere Unfälle.

Nur wer das Wesentliche nicht vom Unwesentlichen trennen kann, wird die überwiegend größere Vorsicht von Frauen am Steuer mit dem Hinweis auf deren häufigere Schwierigkeiten beim Einparken abtun. Gegen solche Parkproblemchen gibt es gute elektronische Hilfen, während von Adrenalin getriebene Raser nur noch auf die Wirkung von Airbags hoffen können, wenn mal ein Baum ungünstig steht. So sind es mehr Männer als Frauen, die wie in die Zivilisation gestolperte Steinzeitmenschen daherkommen. Wo Bildung angesichts der ausufernden Informationsfülle auf allen Ebenen immer wichtiger wird, erweist sich das vielfach auf prahlerische Selbstdarstellung abzielende Verhalten pubertierender Jungen als großes Lernhindernis. Entsprechend sind die Schulergebnisse von Mädchen insgesamt besser.

Am schlimmsten ist es freilich in der Politik. Seit Jahrtausenden regieren fast ausschließlich Männer. Schon zu Zeiten, als Kriege „nur“ mit Keulen, Lanzen und Schwertern ausgefochten wurden, kosteten u. a. das typisch männliche Säbelrasseln, das zynische Stellen unerfüllbarer Ultimaten und die völlig maßlose Verteufelung des Gegners sehr viele Menschenleben, aber die Art Mensch konnte – da sonst ohne Konkurrenten auf der Erde – diesen Blutzoll stets verkraften.

Mit der zunehmend unkontrollierbaren Ausbreitung von  „modernen“ Massenvernichtungswaffen wird die Lage jedoch kritisch, auf lange Sicht gar annähernd aussichtslos. – Die Hoffnung der Menschen auf eine sichere Zukunft können männliche Politiker schon kaum noch glaubhaft verkörpern, zu offenkundig waren die Lügen bis in die jüngste Vergangenheit, zu undiplomatisch und unsensibel der Umgang mit solchen Völkern, die man angeblich befreien wollte, zu unaufrichtig die Politik insgesamt.

Ob Frauen die Gelegenheit bekommen werden, es besser zu machen, ist die eine Frage. Ob es dann wirklich diese sanften, verständnisvollen, letztlich mütterlichen Frauen sein werden, die die Politik beherrschen, ist eine zweite. Leider haben wir bisher eher Frauen mit männlich-harten Charakterzügen auf der politischen Bühne gesehen, die insofern den nötigen Richtungswechsel bestenfalls andeuten  – Hoffen wir also auf mehr authentische Frauen.

Zum neuen Selbstbewusstsein der Frau gehört auch ein stärker selbst bestimmtes  Rollenverständnis in der Partnerschaft, das auch ein unbefangenes Verhältnis zur Sexualität einschließt. Ermöglicht wurde diese sexuelle Befreiung zum einen durch die teilweise Abkoppelung der Sexualität von der Fortpflanzung mittels moderner Empfängnisregelung, zum anderen  war auch die zunehmende berufliche und soziale Gleichberechtigung hilfreich.

Weiterhin sprechen vergleichende Untersuchungen der Sexualfunktionen bei beiden Geschlechtern gegen die früher verbreitete Vorstellung von einer sexuellen Überlegenheit des Mannes, die sich auf einige vordergründige Befunde stützte, z. B. die, dass seine Erregung (als Erektion) und sein Orgasmus nach außen deutlich sichtbar in Erscheinung treten. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass eine Frau rund um den Scheideneingang über mehr bei Erregung anschwellendes „erektiles Gewebe“ verfügt als mancher Mann mit seinen Penis-Schwellkörpern. Von dieser Volumenzunahme des Gewebes bei Erregung ist nur ein Teil nach außen erkennbar, v. a. als Anschwellen der Schamlippen und der Klitoris. Sofern man dem Orgasmus überhaupt eine große Bedeutung zusprechen mag – ein erfülltes Sexualleben funktioniert durchaus auch ohne – sind die körperlichen Begleiterscheinungen bei der Frau keineswegs weniger spektakulär als beim Mann. Allerdings spielen sie sich mehr im Innern des Körpers ab. Die Gebärmutter stellt sich in eine fast senkrechte Position zur Vagina und zieht sich von dieser Richtung Bauchdecke zurück, so dass in deren Innerem ein erweiterter Raum entsteht, der für die vorübergehende Aufbewahrung einer größeren Samenmenge geeignet ist. Es kommt zu pulsierenden Kontraktionen der Vagina, mitunter auch der Gebärmutter.

Zugegeben gibt es einen weitaus höheren Anteil unter den Frauen als unter den Männern, die nie oder selten einen Orgasmus erleben, aber viele Frauen können ihn in kurzen Zeitabständen wiederholen. Zudem lassen sich weibliche Orgasmuschancen durch geeignete Trainingsmaßnahmen deutlich verbessern (s. u.: Beckenbodentraining und Training beim männlichen Partner). Überhaupt ist ein Training der vielfältigen Muskelgruppen in der Umgebung der Vagina eine für die meisten Frauen sehr lohnende Maßnahme. Eine starke Dehnbarkeit ist dabei durchaus mit einer Zunahme der Kontraktionsstärke vereinbar, das heißt im Resultat auch, dass der Eintritt eines großen Penis keine Schwierigkeiten bereitet und dass der Eintritt selbst eines kleinen Penis gut spürbar ist.

Noch in den 60er Jahren des zwanzigsten Jahrhundert gab es die verbreitete Lehrmeinung, die Klitoris (der Kitzler) wäre das eigentliche, ja fast einzige Lustzentrum der Frau, ohne deren intensive Stimulation einer Frau sexuelle Empfindungen kaum möglich wären. Diese Vorstellung passte auch gut in das erwähnte Bild von der sexuellen Überlegenheit des Mannes: Weil die Klitoris entwicklungsphysiologisch einem (sehr) kleinen Penis entspricht, fand das schon erwähnte uralte Bild von der sexuellen Überlegenheit des Mannes in diesen deutlichen Größenunterschieden eine vermeintliche Bestätigung. Dabei sind die Möglichkeiten der sexuellen Stimulation einer Frau sehr vielfältig. Nicht nur die Klitoris selbst ist dafür sensibel, auch deren ganze Umgebung einschließlich der kleinen Schamlippen gehört zu dieser sexuellen Lustzone. Die Scheide verfügt über wenigstens drei weiterer solcher Zonen, den unmittelbaren Eingangsbereich, dann eine etwa münzgroße Stelle oben etwa 4cm tiefer drinnen, die als G-Punkt bekannt ist (der nicht bei allen Frauen nachweisbar zu sein scheint) sowie diffus das gesamte Innere, welches insbesondere auf starke und recht tiefe Penetration reagiert.

Darüber hinaus spielen die Brust und namentlich die Brustwarzen noch eine mehr oder weniger große Rolle als geschlechtliche Lustsensoren. Einige (wenige) Frauen können dort sogar bis zum Orgasmus stimuliert werden, wobei sie diesen allerdings nicht dort, sondern im Unterleib erleben. Überhaupt sind die individuellen Unterschiede hinsichtlich der Sensibilität der verschiedenen Lustzonen von Frau zu Frau beträchtlich. So spielt insbesondere die Reizung der Klitoris  und ihrer Umgebung eine individuell recht unterschiedliche Rolle. Nicht wenige Frauen erreichen durch Reizung mit den Händen klitorale Orgasmen, kommen aber beim penetrierenden Geschlechtsverkehr nicht zum Höhepunkt, während andere genau vom Gegenteil berichten. Die Mehrzahl gelangt gar weder so noch so zu einem Orgasmus, was allerdings, wie schon gesagt, durchaus mit einem erfüllten Sexualleben vereinbar ist.

Viele Frauen zeigen eine Scheu, ihre Empfindungsfähigkeit durch Masturbation selbst zu erkunden. Dabei lässt sich auf diesem Wege nicht nur Schönes entdecken, sondern auch üben, dieses Schöne intensiv zu erleben. In einer späteren oder schon bestehenden Partnerschaft können Frauen von solchen Erfahrungen erheblich profitieren, zumal nicht alle Männer die geschicktesten Liebhaber sind. Diese können daher von Frauen, die wissen, was ihnen gut tut, so einige Lektionen lernen. Selbsterkundung kann allein mit den Händen geschehen oder den Gebrauch passend erscheinender Hilfsmittel einbeziehen. Es gibt nicht wenige Berichte, wonach das Erreichen eines klitoralen Orgasmus erst durch den Einsatz eines Vibrators gelernt wurde. Meistens kann die einmal erlebte Reaktion später leicht wiederholt und oft auch durch andere Arten der Stimulation erreicht werden, z. B. durch Streicheln mit den Händen.

Noch mehr als die Lustempfindung über die Klitoris kann der sexuelle Genuss der Bewegungen des Penis in der Vagina durch Lernprozesse bzw. durch Training günstig beeinflusst werden. Lange Zeit war die weibliche Lust an der Penetration oder gar ein vaginaler Orgasmus kein gesellschaftsfähiges oder überhaupt offen besprochenes Thema, die freimütig bekannte Wollust einer Frau unschicklich und suspekt. Heute steht eine riesige und immer größer werdende Auswahl an Silikon-, Kunststoff- und Gummipenissen, so genannten Dildos, zur Auswahl, deren mehr oder weniger naturalistische Formgebung an der Zweckbestimmung keinen Zweifel lässt. Mit ihnen kann die Frau für sich oder mit dem Partner zusammen Stimulationsweisen und Bewegungsrhythmen ausprobieren, die im gemeinsamen Verkehr bislang nicht praktiziert wurden und es kann dies mit beliebiger, nicht vom Partner abhängiger Ausdauer geschehen. Später lässt sich manches davon auf den partnerschaftlichen Koitus einschließlich Vorspiel übertragen.

Ansonsten ist ein Training der Scheidenmuskulatur und überhaupt der Beckenbodenmuskulatur sehr nützlich für die Steigerung der sexuellen Genussfähigkeit. Die Vagina kann sich danach nicht nur den verschiedenen Penisgrößen leichter anpassen, das Training ermöglicht auch in jedem Fall einen engeren Kontakt zwischen dem männlichen Geschlechtsteil und der Scheidenwand. Dadurch kann der Druckwechsel (oft mit Reibung verwechselt) bei den Penetrationsbewegungen viel stärker wahrgenommen und als intensive sexuelle Lust erlebt werden.

Bookmark and Share